Hilde van Kessel
Service Delivery Manager
Wie hilft eine Discovery Session dabei, Cyberrisiken zu bestimmen?
Eine Discovery Session bestimmt dein Cyberrisiko, indem sie nicht auf einzelne Schwachstellen schaut, sondern darauf, wie ein Angreifer tatsächlich Zugang zu dem erhalten könnte, was für deine Organisation am wichtigsten ist. Während ein Scan vor allem die Technik prüft, kombiniert eine Discovery Session Einblicke in Systeme, Prozesse und menschliches Verhalten zu einem realistischen Bild davon, wo dein größtes Risiko tatsächlich liegt.
Wie eine Discovery Session zu einem Risikobild kommt
Die Bestimmung des Cyberrisikos beginnt mit der Frage, was wirklich geschützt werden muss. Während einer Discovery Session bringst du zunächst in Erfahrung, welche Systeme, Prozesse und Daten für deine Organisation am wertvollsten sind, die sogenannten Kronjuwelen. Erst danach wird betrachtet, welche Angriffswege ein Angreifer nutzen könnte, um dorthin zu gelangen. Diese Reihenfolge ist bewusst gewählt. Du kannst etwas erst dann als riskant einstufen, wenn du weißt, was auf dem Spiel steht.
Das macht den Unterschied zwischen einer Liste technischer Feststellungen und einem echten Risikobild. Nicht jede Schwachstelle ist gleich relevant. Erst in Kombination mit der Frage, was ein Angreifer damit erreichen kann, wird deutlich, welches Risiko Priorität verdient.
Warum Mensch, Technik und Prozess gemeinsam betrachtet werden
Cyberrisiko entsteht selten an nur einer Stelle. Eine technische Schwachstelle wird erst in Kombination mit einem Prozess gefährlich, der Änderungen nicht richtig kontrolliert, oder mit Mitarbeitenden, die nicht wissen, wie sie Phishing erkennen. Deshalb betrachtet eine Discovery Session immer das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Prozess.
Für dich als IT-Manager oder Risikoverantwortlichen bedeutet das, dass du nicht nur einen technischen Bericht erhältst, sondern ein Bild davon, wie Risiken innerhalb der gesamten Organisation entstehen. Das ist wichtig, denn die meisten Vorfälle sind das Ergebnis mehrerer kleiner Schwachstellen, die sich gegenseitig verstärken, und nicht einer einzelnen isolierten Schwachstelle.
Der Unterschied zwischen Feststellungen und einem Angriffsweg
Ein Standardscan liefert oft eine lange Liste mit Feststellungen. Nützlich, aber für sich genommen sagt diese Liste wenig über Prioritäten aus. Eine Discovery Session geht mit einer Angriffsweganalyse einen Schritt weiter. Dabei wird sichtbar gemacht, wie einzelne Feststellungen zusammen einen realistischen Weg bilden, über den ein Angreifer an kritische Systeme oder Daten gelangen kann.
Diese Betrachtungsweise zeigt, welche Kombination von Schwachstellen tatsächlich ein Risiko darstellt und welche Feststellungen für sich genommen nur geringe Folgen haben. So verhinderst du, dass du Zeit und Budget für Dinge aufwendest, die nur wenig zu deiner tatsächlichen Sicherheit beitragen, während das größte Risiko unbemerkt bleibt.
Wie die Ergebnisse in Prioritäten übersetzt werden
Die Bestimmung des Cyberrisikos endet nicht mit dem Erkennen von Problemen. Der nächste Schritt ist die Übersetzung in konkrete Prioritäten. Während einer Discovery Session wird unter anderem auf die wichtigsten Systeme und Prozesse, mögliche Angriffswege zu kritischen Komponenten, bestehende Maßnahmen und die darin enthaltenen blinden Flecken geschaut.
Auf dieser Grundlage entsteht eine Einteilung, die für jede Organisation etwas anders aussieht:
Was sofortige Aufmerksamkeit verdient, weil das Risiko kurzfristig zu groß ist.
Was später angegangen werden kann, ohne dass dadurch sofort eine Gefahr entsteht.
Wo eine bewusste Risikoakzeptanz möglich ist, weil die Auswirkungen begrenzt bleiben.
Diese Einteilung macht das Risikobild nutzbar. Nicht nur für IT und Security, sondern auch für das Management, das entscheiden muss, wohin Budget und Aufmerksamkeit fließen.
Was dies innerhalb eines kurzen Zeitraums liefert
Eine Discovery Session dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. Dieser Prozess beginnt mit einem inhaltlichen Kennenlernen, danach werden die relevanten Bereiche untersucht und die Ergebnisse in konkrete Prioritäten übersetzt. Innerhalb dieses Zeitraums erhältst du keinen abstrakten Bericht, der weitere Erklärungen erfordert, sondern ein klares Bild davon, wo deine Organisation aktuell steht.
Genau deshalb eignet sich dieser Ansatz so gut zur Bestimmung von Cyberrisiken. Du erfährst nicht nur, was schiefgehen kann, sondern auch, warum dieses Risiko besteht und was erforderlich ist, um es zu reduzieren.
Wann du damit beginnen kannst
Wenn du noch kein klares Bild davon hast, wo deine Organisation tatsächlich verwundbar ist, oder wenn du feststellst, dass frühere Scans vor allem eine lange Liste technischer Punkte ohne klare Richtung geliefert haben, ist dies ein guter Zeitpunkt, Risiko anders zu betrachten. Eine Discovery Session gibt dir diesen Einblick, sodass du deine nächsten Schritte auf das stützen kannst, was tatsächlich wichtig ist, statt auf Annahmen. So legst du die Grundlage für Entscheidungen, die deine Organisation wirklich sicherer machen, anstatt nur weitere Maßnahmen hinzuzufügen.